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Migräne

Ursache

Frauen sind in der Regel dreimal häufiger betroffen, als Männer. Es wird eine erbliche Disposition ebenso diskutiert, wie eine Funktionsstörung im Gehirn selbst, die unter Aktivierung von körpereigenen Botenstoffen zu einer veränderten Durchblutung im Gehirn führen. Eine entzündliche Komponente wird gleichfalls diskutiert, wie eine Erregung des autonomen Nervensystems im Hirnstamm.

Symptome/Beschwerden

In der Regel verläuft der Migräneanfall in fünf Phasen: zunächst eine Vorbotenphase, dann die Auraphase, Kopfschmerzphase, Rückbildungsphase und die Phase zwischen den Attacken.

In der Vorbotenphase finden sich unspezifische Befindlichkeitsstörungen, wie Heisshunger, Übellaunigkeit oder Gereiztheit.

In der Auraphase, die nur bei einem Fünftel der Patienten regelhaft auftritt, kommt es zu neurologischen Reiz- oder Ausfallserscheinungen. Hier sind Gesichtsfeldausfälle, Empfindungsstörungen oder Sprachstörungen zu nennen.

Kopfschmerzphase

Es treten in aller Regel folgende Symptome auf: zunächst deutliche Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens, mäßige bis starke Kopfschmerzen, die meist halbseitig sind und anfallsartig auftreten, der Kopfschmerzcharakter selbst ist pochend, pulsierend, der Schmerzcharakter wird in aller Regel durch Bewegung eher verstärkt. Als Begleitphänomen ist gehäuft ein morgendlicher Beginn zu nennen. Auslösende Faktoren können die Menstruation, Alkoholgenuss oder Stresssituationen sein. Licht- und Lärmempfindlichkeit ist regelhaft ebenso vorhanden, wie Übelkeit und Erbrechen.

Rückbildungsphase

Hier klingen die Symptome langsam ab, das reinigende Gewitter im Kopf hat eine deutlich stimmungsanhebende Wirkung.
Die Phasen zwischen den Attacken können von mehreren Tagen bis Wochen bis mehrere Monate dauern.

Diagnose/Befunde

Die Diagnoserstellung der Migräne wird klinisch gestellt, wobei in der kopfschmerzfreien Zeit keine klassischen Symptome erhoben werden können. In der Regel muss wie bei jedem Kopfschmerztyp eine Erkrankung aus dem Bereich der Neurologie, der Augenheilkunde, ebenso wie der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde ausgeschlossen werden. Erweitert werden sollte die Diagnostik in der Regel um eine computer- oder kernspintomographische Darstellung des Schädels. Beim erstmaligen Auftreten solcher Kopfschmerzen ist immer ein Arzt zu konsultieren, um schwerwiegende Erkrankungen im Schädelbereich (z.B. Blutung, Hirnhautentzündung, etc.) auszuschließen.

Insgesamt lässt sich sagen, dass in der Regel die Diagnose einer Migräne zu häufig gestellt wird. Hier muss eine genaue ärztliche Untersuchung die exakte Diagnose stellen. Abzugrenzen sind hier Spannungskopfschmerzen, medikamenteninduzierter Kopfschmerz, Cluster-Kopfschmerz, rheumatische Erkrankungen, Trigeminus-Neuralgie, cervicogener Kopfschmerz, Schlaganfall, Hirnblutung.

Therapie

Unterschieden werden muss die Behandlung des akuten Migräneanfalls und die Migräne-Prophylaxe.

Anfallsbehandlung

Bei mittelschweren Kopfschmerzen steht zunächst die Gabe eines Mittels gegen Übelkeit und Erbrechen im Vordergrund (z.B. Metochlopramid), dann stehen klassische periphere Schmerzmittel zur Auswahl, die sowohl als Tabletten, wie auch als Zäpfchen eingenommen werden können. Eventuell besteht die Möglichkeit, diese Medikamente auch direkt in den Blutkreislauf zu geben. Falls hierdurch der Erfolg nicht im gewünschten Maß eintritt, kann auf ein Triptan zurückgegriffen werden. Für alle Analgetica wie die neuen Triptan gilt jedoch, dass bei einem Überschreiten einer Dauerdosierung selbst Kopfschmerzen als medikamenteninduzierter Dauerkopfschmerz auftreten können.

Migräne-Prophylaxe

Zunächst ist anzumerken, dass die Neigung an Migräne zu leiden, sich in aller Regel nicht vollständig heilen lässt, jedoch können durch bestimmte Maßnahmen sowohl die Anfallshäufigkeit wie die Schmerzstärke gelindert werden. Hierzu zählen zunächst die Vermeidung von auslösenden Faktoren (z.B. Stress, Lebensrhythmus, Medikamente, Hormone, Umwelt).

Als nebenwirkungsarme Verfahren in der vorbeugenden Behandlung der Migräne sind Entpsannungsverfahren, wie die Relaxation nach Jacobsen, Akupunktur, Mobilisierungstechniken, sportliche Betätigung als Ausdauertraining, Biofeedback, Verhaltenstherapie und therapeutische Lokalanästhesie zu nennen. Als medikamentöse Prophylaxe sind zu nennen: Beta-Blocker (Metoprolol und Proranolol), an zweiter Stelle Flunaricin, als drittes Cyclandelat. Eine Behandlung mit tricyclischen Antidepressiva (z.B. 10 mg Amithriptyllin, Serotonin-Antagonisten, Valpoinsäure oder Naproxen können ebenso versucht werden).