Zum Inhalt springen

Osteoporose

Osteoporose führt bei vielen älteren Menschen- nicht nur, aber überwiegend Frauen- zu Knochenbrüchen, die dann zu heftigen Schmerzen führen.

Knochendichtemessung

Um eine Osteoporose festzustellen, kann man dies nur durch eine sogenannte Knochendichtemessung erreichen. Damit können schwerwiegende Folgen der Osteoporose wie Knochenbrüche verhindert werden.Mit der Messung der Knochendichte (davon gibt es mehrere verschiedene Verfahren) kann die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Knochenbrüchen im Rahmen einer Osteoporose recht gut vorhersagen. Wenn sich die Knochendichte um 10 % verringert geht dies mit einer Verdoppelung des Knochenbruchrisikos im Bereich der Wirbelsäule und mit einer Verdreifachung im Bereich des Oberschenkelhalters einher.

Mit der Knochendichtemessung kann man eine sogenannte Ostepidemie bzw. eine Osteoporose schon vor dem Auftreten von Knochenbrüchen (Frakturen) feststellen. Sie sagt auch etwas darüber auf, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist eine spätere Osteoporose zu entwickeln. Auch der Verlauf des Knochenverlustes in Kontrollmessung lässt sich damit dokumentieren. Ebenso die Wirksamkeit einer Therapie der Osteoporose. Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Knochendichtemessung die beste Methode um zu bestimmen wie hoch das Risiko eines Knochenbruches ist und wie der Behandlungserfolg belegt werden kann.

Bei der Knochendichtemessung wird der Mineralgehalts bzw. die Dichte der Knochen Mineral in Gramm pro Quadratzentimeter oder Kubikzentimeter gemessen. Das hängt von der Zusammenarbeit des Patienten mit ruhigem Liegen, der Eichung des Gerätes, vom Gerätetyp, vom untersuchenden Arzt und von der Schwere der Osteoporose ab.

Der Goldstandard der Knochendichtemessung ist die sogenannte DXA bzw. DEXA (Dual Energy Xray Absorptiometry ) genannte Methode.

Die DEXA / DXA ist für den Patienten nicht belastend, sie ist schnell (weniger als 10 Minuten), sie ist kostengünstig (40-50 €) sie hat eine sehr geringe Strahlenbelastung, die im Vergleich zu einer normalen Röntgenaufnahme nur 1/10 bis 1/100 der Dosis beträgt. Die DEXA /DXA konzentriert sich auf die für die Osteoporose wichtigsten Knochen (LWS und Hüfte) und ist deshalb für die Kontrolluntersuchungen am besten geeignet.

Bei schwerwiegenden Erkrankungen der Lendenwirbelsäule wie bei der Skoliose oder Frakturen wird auf die Messung im Bereich der LWS verzichtet.

Bei der Messung Auswertung der Knochendichte gibt es einen sogenannten Z-Wert, der die Knochendichte des Patienten in den Vergleich zu normal Person die gleichaltrige und mit dem gleichen Geschlecht sind dar und einen sogenannten T-wert, der die gemessene Knochendichte im Verhältnis zu einem jungen Erwachsenen im Alter von 30 Jahren beurteilt.

Egal ob Mann oder Frau, im Alter nach 30 Jahren nimmt die Knochendichte ab und zwar in allen Skelett Anteilen. Deshalb wird die Diagnose einer Osteoporose auf einen T-wert von kleiner -2,5 Standardabweichung (SD) festgelegt.

Warum sollte eine Knochendichtemessung durchgeführt werden?

Man hat festgestellt, dass zum einen die Knochendichte im Verhältnis zum Frakturrisiko steht und dass man zum anderen etwas dagegen machen kann um die Knochendichte/Knochenmasse zu erhöhen. Die Knochendichtemessung ist schnell, verlässlich und kostengünstig durchzuführen und deshalb auch für die Dokumentation einer Osteoporose wesentlich.

Da Frauen ein deutlich erhöhtes Osteoporoserisiko haben, wird die DEXA bei Frauen über 65 Jahren empfohlen, ebenso Frauen die sich in einer längeren Hormonbehandlung befinden. Unabhängig vom Geschlecht auch bei Patienten die Medikamente wie Marcumar, Cortison, oder Medikamente gegen eine Schilddrüsenüberfunktion einnehmen. Patienten mit einer Immunsuppressivum bei Transplantation sind ebenfalls gefährdet. Ebenso chronische Erkrankungen im Magen-Darm Bereich. Eine chronische Niereninsuffizienz ist ebenfalls mit einem erhöhten Risiko behaftet. Bei nicht geklärten Rückenschmerzen, vorausgegangenen Frakturen und Verminderung der Körpergröße ist die Indikation zur Durchführung einer Knochendichtemessung ebenfalls gegeben.

Wird eine Verminderung des Mineral Salzgehaltes in den Knochen durch die Knochendichtemessung festgestellt (Osteopenie) oder besteht eine bereits manifeste Osteoporose sollte eine Behandlung mit Bisphosphonaten, Vitamin D, Vitamin K, und Calciumssubstitution angedacht  und mit Ihrem behandelnden Arzt auch besprochen werden.

Ursache

Von der Osteoporose am häufigsten betroffen sind Frau nach den Wechseljahren. Die Osteoporose ist z.T. anlagebedingt, aber ebenso durch Ernährung und körperliche Belastung zu beeinflussen. In der Regel werden jedoch schon im jungen Erwachsenenalter die entsprechenden Weichen gestellt. Nach den Wechseljahren zeigt dann die Osteoporose ihre Beschwerden. Durch die Osteoporose kommt es im Bereich der Wirbelsäule zu einer Ausdünnung der Knochenbälkchen und damit zu einer erhöhten Brüchigkeit. Insgesamt wird auch die Knochenmasse vermindert, so dass daraus eine Minderung der Körpergröße resultiert. Die Osteoporose führt deshalb nicht nur bei Stürzen, sondern schon bei banalen Belastungen wie Husten, Niesen und normale Belastung zu Knochenbrüchen. Diese sind sehr schmerzhaft und führen im Bereich der Wirbelsäule neben den Schmerzen zu einer Knickbildung.

Als Schmerzzentrum zwischen Lörrach und Waldshut sind wir in Kooperation mit den verschiedenen Fachärzten aus Orthopädie, Neurologie, Neurochirurgie und Radiologie um eine exakte Diagnosestellung bemüht. In der Behandlung sind wir mit der Uniklinik Freiburg, mit dem Ortenau Klinikum in Lahr und mit niedergelassenen Schmerztherapeuten zwischen Villingen Schwenningen und Konstanz vernetzt.

Symptome

Deutliche Größenminderung im Alter sind häufig die ersten Anzeichen. Ausbildung eines »Buckels« sowie die Vorwölbung der Bauchdecken sind Hinweise. Heftige einschießende und bewegungsabhängige Schmerzen müssen bei Frauen nach den Wechseljahren an eine solche Veränderung denken lassen. Aber auch eine zunehmende Höhenminderung der Wirbelkörper führt zu einer Mehrbelastung im Bereich der Wirbelgelenke und entsprechender Fehlbelastung mit daraus resultierenden dumpf-drückenden Dauerschmerzen, überwiegend im Bereich der Wirbelsäule.

Osteoporosetherapie

In erster Linie sollte die Osteoporose als solche diagnostiziert werden. Hierbei bietet sich die sog. Knochendichte-Messung oder Osteodensiometrie an, da das normale Röntgen-Bild erst dann auffällig wird, wenn die Knochenmasse schon auf 1/3 gesunken ist. Bei der Knochendichte-Messung sollten Sie einen Arzt aufsuchen, der diese Untersuchung regelmäßig mit einer guten apparativen Ausstattung (Gerät mit DXA ) durchführt und dazu auch an den gleichen Stellen des Knochens ausmisst. Selten sind die Knochendichte-Messungen von zwei veschiedenen Ärzten an verschiedenen Stellen mit zwei verschiedenen Geräten überhaupt vergleichbar. Leider werden die Kosten für eine Knochendichte-Messung erst nach dem Auftreten von Knochenbrüchen (Fraktur) übernommen. Sollte eine Osteoporose bei Ihnen festgestellt werden, sollte ausreichend Calcium über die Ernährung bzw. als Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden. Häufig wird dies kombiniert mit Vitamin-D-Gaben und geringen Mengen von Fluor. Sollte bereits ein Knochenbruch vorliegen, sollte der weitere Knochenabbau durch die Gabe von entsprechenden Medikamenten (Bisphosphonate) gehemmt werden. Neuerdings sind auch knochenaufbauende Medikamente auf dem Markt. Da Langzeiterfahrungen noch nicht vorliegen, sollte dieser Einsatz in ausgewählten Fällen erfolgen. Auch die Einnahme von Vitamin K ist günstig für das Fortschreiten der Osteoporose. Ebenso wird die Einnahme von magensaftresistentem Natriumbicarbonat als positiv bewertet. Aber beide Substanzen sollten erst nach einem Arztkontakt stattfinden.

Die Gabe von Hormonpräparaten zur Osteoporose-Prophylaxe muss inzwischen kritisch betrachtet werden, da der Einfluss dieser Hormone auf das Wachstum von hormonabhängigen Tumoren z.B. beim Brustkrebs (Mamma-Carcinom) auch negative Auswirkungen haben kann. Im Einzelfall müssen die Risiken gegeneinander abgewogen werden.

Ist es schon zu einer deutlichen Höhenminderung gekommen, kann im Bereich der kleinen Wirbelgelenke durch entsprechende Injektionen die entstehenden Reizerscheinungen gemindert werden. Über Facettengelenks-Blockaden und eine Kryoneurolyse der entsprechenden Nerven lässt sich in der Regel ein sehr guter schmerzlindernder Effekt erreichen. Bei einer frischen Wirbelkörperfraktur (nicht älter als 6 bis 8 Wochen) sollte über eine knochenaufrichtende Intervention über eine Kyphoplastie (Einbringung von Knochenzement und Aufrichten des Wirbelkörpers) die Folgen eines osteoporotischen Knochenbruches verhindert werden.

Schmerzphysiotherapie, Haltungsschulung und bei Bedarf die individuelle Anpassung eines Stützmieders sind sinnvolle bzw. notwendige Behandlungsmaßnahmen.

Wir sind als regionales Schmerzzentrum in Kooperation mit der Universitätsklinik Freiburg Ihr Ansprechpartner im südbadischen Raum zwischen Freiburg, Basel und Zürich. Für die Landkreise Lörrach und Waldshut fühlen wir uns direkt zuständig.