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Ketamin bei Schmerzen

Daß Ketamin / Ketanest ein potentes Analgetikum ist, wird seit Jahrzehnten genutzt um in der Chirurgie einen kurzen Eingriff schmerzfrei durchzuführen. Es kann intravenös aber auch als Nasenspray (intranasal) genutzt werden. Ketamin / Ketanest setzen wir bei Nervenschmerzen, Neuralgien und Polyneuropathie sowie bei CRPS / Morbus Sudeck und auch beim Clusterkopfschmerz ein. Ketamin besitzt auch ein Potenzial in der Behandlung des Suchtdrucks bei Alkoholabhängigkeit und Nikotinabhängigkeit. Es besteht auch die Möglichkeit Ketamin / Ketanest intramuskulär, subcutan oder intrathekal (Ins Hirnwassser) zu verabreichen. Bei letzterem besteht jedoch die Gefahr der Nervenschädigung und bei oraler Einnahme sind die Nebenwirkunksrate erhöht und die Steuerbarkeit eingeschränkt. In unserem Schmerzzentrum wird Ketamin / Esketamin / Ketanest intravenös, intransal und subcutan verabreicht. Erfahrungen mit Ketamin in  der intranaseln Anwendung bei Depressionen hat Professor Dr. Claus Normann in der psychatrischen Abteilung der Uniklinik Freiburg und die private psychiatrische Rhein Jura Klinik in Bad Säckingen, mit der wir ebenfalls kooperieren.

Daß Ketamin / Ketanest ein potentes Analgetikum ist, wird seit Jahrzehnten genutzt um in der Chirurgie einen kurzen Eingriff schmerzfrei durchzuführen. Es kann intravenös aber auch als Nasenspray (intranasal) genutzt werden. Ketamin / Ketanest setzen wir bei Nervenschmerzen, Neuralgien und Polyneuropathie sowie bei CRPS / Morbus Sudeck und auch beim Clusterkopfschmerz ein. Ketamin besitzt auch ein Potenzial in der Behandlung des Suchtdrucks bei Alkoholabhängigkeit und Nikotinabhängigkeit. Es besteht auch die Möglichkeit Ketamin / Ketanest intramuskulär, subcutan oder intrathekal (Ins Hirnwassser) zu verabreichen. Bei letzterem besteht jedoch die Gefahr der Nervenschädigung und bei oraler Einnahme sind die Nebenwirkunksrate erhöht und die Steuerbarkeit eingeschränkt. In unserem Schmerzzentrum wird Ketamin / Esketamin / Ketanest intravenös, intransal und subcutan verabreicht. Erfahrungen mit Ketamin in  der intranaseln Anwendung bei Depressionen hat Professor Dr. Claus Normann in der psychatrischen Abteilung der Uniklinik Freiburg und die private psychiatrische Rhein Jura Klinik in Bad Säckingen, mit der wir ebenfalls kooperieren. Im folgenden Video wird Ihnen der Einsatz von Ketamin bei Schmerzen, in der Anästhesie, Notfallmedizin und der Mißbrauch aufgezeigt.

Ketamin als Schmerzmittel

Ketamin wirkt als NMDA Rezeptor Antagonist im Zentralen Nervensystem und führt so zu einer Aktivierung der schmerzhemmenden Nervenbahnen. Wenn Sie mehr über die Wirkung von Ketamin / Ketanest und Esketamin wissen wollen finden Sie hier auf der Apotheker Zeitung mehr Informationen. Da der Einsatz von Ketamin in der Schmerztherapie mit deutlich geringerer Dosis durchgeführt wird, könnte man dies auch mit dem Begriff des microdosing von Ketamin beschreiben. Ketamin kann in der Schmerztherapie auch als Nasenspray oder als Flüssigkeit zum Einnehmen verabreicht werden. Die Medikation muß einschleichend erfolgen um die negativen Nebenwirkungen auf das psychovegetative nervensystem so gering wie möglich zu halten.

Ketamin-Infusionen werden zur akuten Schmerzbehandlung in Notaufnahmen und in der perioperativen Phase bei Personen mit refraktären Schmerzen eingesetzt. Die Dosen sind niedriger als die, die für eine Anästhesie verwendet werden; sie werden üblicherweise als subanästhetische Dosen bezeichnet. Als Ergänzung zu Morphin oder allein reduziert Ketamin den Morphinverbrauch, die Schmerzstärke, Übelkeit und Erbrechen nach Operationen. Ketamin ist wahrscheinlich am vorteilhaftesten für chirurgische Patienten, wenn starke postoperative Schmerzen zu erwarten sind, und für opioid-tolerante Patienten.

Aufgrund seiner Wirksamkeit und des geringen Risikos einer Atemdepression ist Ketamin besonders in der prähospitalen Umgebung nützlich. In der Notaufnahme eines Krankenhauses ist Ketamin bei der Behandlung von akuten Schmerzen und bei der Kontrolle von Verfahrensschmerzen ähnlich wirksam wie Opioide. Es kann auch die opioidinduzierte Hyperalgesie und das postanästhetische Zittern verhindern.

Bei chronischen Schmerzen wird Ketamin als intravenöses Analgetikum eingesetzt, insbesondere, wenn es sich um neuropathische Schmerzen handelt. Es hat den zusätzlichen Vorteil, dass es der spinalen Sensibilisierung oder den Wind-up-Phänomenen, die bei chronischen Schmerzen auftreten, entgegenwirkt. In mehreren klinischen Studien brachten Ketamin-Infusionen eine kurzfristige Schmerzlinderung bei neuropathischen Schmerzdiagnosen, Schmerzen nach traumatischen Wirbelsäulenverletzungen, Fibromyalgie und dem komplexen regionalen Schmerzsyndrom (CRPS). Die Konsensus-Leitlinien zu chronischen Schmerzen von 2018 kamen jedoch zu dem Schluss, dass es insgesamt nur schwache Evidenz für den Einsatz von Ketamin bei Schmerzen nach Wirbelsäulenverletzungen, moderate Evidenz für Ketamin bei CRPS und schwache oder keine Evidenz für Ketamin bei gemischten neuropathischen Schmerzen, Fibromyalgie und Krebsschmerzen gibt. Insbesondere gibt es nur für CRPS Hinweise auf eine mittel- bis längerfristige Schmerzlinderung.

 

Ketamin als Antidepressivum

Man hat in den letzten Jahren festgestellt, daß Ketamin auch eine erhebliche antidepressive Wirkung hat, mit dem deutlichen Vorteil, daß es innerhalb von Stunden wirkt und nicht mehrere Wochen benötigt wie bei den Standard Antidepressiva.

Zwischenzeitlich ist ein Fertigarzneimittel mit esketamin als Nasenspray (Spravato) in den USA zugelassen. Die Zulassung dieses Esketamins als Nasenspray ist in der EU beantragt. Eventuell aber nur in Kombination mit SSRI und SNRI als begleitmedikation und bei mehreren frustranen medikamentösen Therapieversuchen mit anderen Antidepressiva.

Unproblematisch ist Ketamin als Antidepressivum deshalb noch lange nicht, sondern die Verwendung sollte nur in Rücksprache mit den behandelnden Ärzten und Psychiatern erfolgen.

Wir können bei Depressionen und einem Therapieversuch mit Ketamin auf die Expertise vor Ort in der psychiatrischen Fachklinik Rhein Jura in Bad Säckingen oder der Uniklinik Freiburg zurückgreifen.

Ketamin in der Anästhesie

 Ketamin in der Anästhesie

Die Verwendung von Ketamin in der Anästhesie spiegelt seine Eigenschaften wider. Es ist ein Medikament der Wahl für kurzfristige Eingriffe, wenn die Muskelrelaxation nicht erforderlich ist. Die Wirkung von Ketamin auf das Atmungs- und Kreislaufsystem unterscheidet sich von der anderer Anästhetika. Es unterdrückt die Atmung viel weniger als die meisten anderen verfügbaren Anästhetika.  Bei der Verwendung von Anästhesiedosen stimuliert Ketamin in der Regel das Kreislaufsystem eher, als dass es es es unterdrückt. Die Schutzreflexe der Atemwege bleiben erhalten, und es ist manchmal möglich, eine Ketaminanästhesie ohne Schutzmaßnahmen für die Atemwege zu verabreichen. Psychotomimetische Effekte schränken die Akzeptanz von Ketamin ein; ihnen kann jedoch durch die Verabreichung von Benzodiazepinen oder Propofol entgegengewirkt werden.

Ketamin wird häufig bei Schwerverletzten eingesetzt und scheint in dieser Gruppe sicher zu sein.Es wurde häufig bei Notoperationen unter Feldbedingungen in Kriegsgebieten eingesetzt, zum Beispiel während des Vietnamkriegs.Eine klinische Praxisleitlinie aus dem Jahr 2011 unterstützt den Einsatz von Ketamin als Sedativum in der Notfallmedizin, auch bei körperlich schmerzhaften Eingriffen. Es ist das Medikament der Wahl für Menschen mit traumatischem Schock, bei denen das Risiko einer Hypotonie besteht. Ein niedriger Blutdruck ist bei Menschen mit schweren Kopfverletzungen schädlich, und Ketamin verursacht am wenigsten wahrscheinlich einen niedrigen Blutdruck und kann ihn oft sogar verhindern.

Bei Kindern ist Ketamin eine Option, entweder als alleiniges Anästhetikum bei kleineren Eingriffen oder als Induktionsmittel, gefolgt von einem neuromuskulären Blocker und einer trachealen Intubation.Insbesondere Kinder mit zyanotischen Herzerkrankungen und neuromuskulären Störungen sind gute Kandidaten für eine Ketaminanästhesie.

Aufgrund der bronchienerweiternden Eigenschaften von Ketamin kann es zur Anästhesie bei Menschen mit Asthma, chronisch obstruktiver Atemwegserkrankung und mit schweren reaktiven Atemwegserkrankungen einschließlich aktivem Bronchospasmus eingesetzt werden