Zum Inhalt springen

Medikamentöse Schmerztherapie

Die medikamentöse Schmerztherapie bildet eine Basis unseres therapeutischen Vorgehens. Aufbauend auf dem Stufenschema der Welt­gesundheits­organisation (WHO) werden die notwendigen Medikamente in ihrer Zusammenstellung individuell angepasst. Zu den klassischen Schmerzmedikamenten kommen häufig eine begleitende Medikation mit anderen Arzneimitteln zum Tragen. Hier werden schmerzdistanzierende Medikamente eingesetzt, die ursprünglich als Antidepressiva oder Antiepileptika entwickelt wurden. Durch diesen Einsatz lassen sich häufig die klassischen Schmerzmittel reduzieren.

Wenn es medizinisch angezeigt ist, kann auch auf ein naturheilkundliches Konzept zurückgegriffen werden. Als analgetisch wirksame Substanzen finden u.a. Johannis­kraut, Brennessel­extrakt, Teufels­kralle und Weiden­rinden­extrakt ebenso Anwendung wie Medikamente aus der tradizionellen Chinesischen Medizin (TCM).

Um bei stärksten Schmerzen die Nebenwirkungen der einzelnen Medikamente zu reduzieren, besteht die Möglichkeit die entsprechenden Medikamente unter die Haut, in die Vene oder in die Nähe des Rückenmarkskanales einzubringen.

Cannabispräparate mit THC oder CBD sind zwischenzeitlich auch in Deutschland verschreibungsfähig. In Ausnahmefällen können auch Medikamente wie Ketamin, Clonidin, Low dose naltrexon (LDN) allerdings nur in einem offlabel Use zur Anwendung kommen.

Im Bereich der Anwendung von Salbenpräparaten nutzen wir Dimethylsufoxid (DMSO) sowohl selbst als Schmerzmittel als auch als Transportmedium um andere Wirkstoffe in tiefere Strukturen wie z.B. an Gelenke zu bringen.

Jeder Mensch ist individuell und mit seiner eigensten DNA ausgestattet. Medikamente werden aber in der Regel nicht individuell auf den Patienten getestet, sondern an jungen, gesunden und meist männlichen Probanden. Kein Wunder daß verschiedene Menschen ganz unterschiedlich auf das gleiche Medikament reagieren. Häufig iste ein langwieriges Ausprobieren bis man das Medikament mit der besten Wirkung und der besten verträglichkeit gefunden hat. Es besteht  aber seit ein paar Jahren die Möglichkeit durch eine DNA Analyse (mit einem Abstrich an der Wange) vorherzusagen ob ein bestimmtes Medikament im Körper schnell oder langsam verstoffwechselt wird und ob diese Medikament eventuell durch andere Medikamente in seiner Wirkung beeinträchtigt wird. Dieses Verfahren wird als Pharmakogenetik bezeichnet und kann von Ärzten in Kooperation mit Apotheken durchgeführt werden. Billig ist es nicht- für einen kompletten Test muß mit ca. 500 € gerechnet werden und die Krankenkassen beteiligen sich nur in Ausnahmefällen. Allergien  kann man dadurch jedoch nicht bestimmen.Wenn Sie sich weiter informieren wollen können Sie sich hier über die Pharmakogenetik informieren.

off label use Medikamente

Manchmal muß man in der schmerzmedikation Medikamente einsetzen, die ursprünglich für eine andere Erkrankung entwickelt und zugelassen wurden. Wenn diese Medikamente dann für eine andere Erkrankung zur Anwendung kommen wird das als" off label use" bezeichnet. Dies kann dann Probleme in der Kostenerstattung und in Haftungsfragen nach sich ziehen.